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Kärnten 2009


Bericht der Teilnehmer: Kaderfahrt nach Villach 30.05. - 07.06.2009

"Jakub, bitte ein gerüttelt maß an doppelkeksen kaufen! du wirst merken wieso” und “Jan, denk an deinen Gurt!"

Dank dieser E- Mail von unserem Cheftrainer waren wir bestens gerüstet für eine Woche “Knüppeln” in Kärnten. Nach einem herzlichen Empfang von unserem Pensionsbesitzer Christian Preschern (ebenfalls Kletterer) fühlten wir uns gleich wie zu Hause. Sofort starteten wir zu dem Localgebiet “Warmbad” durch, wo wir uns dank Christians Einführung schließlich mit dem etwas spärlichen Topo zurechtfanden. Frei nach dem Motto “steil ist geil” flogen dann auch gleich die (Haut-)Fetzen und im Laufe der Woche wurden Touren bis zum Schwierigkeitsgrad 8a+/b geknipst. Und das trotz der hier vorherrschenden Mücken (und Spinnen.....)Plage, die von einigen Locals mit mehr oder weniger geruchsneutralem Antimückenspray bekämpft wurde.

Zudem dokumentierten wir akribisch genau unseren “Gefühlszustand” am Ende der einzelnen Klettertage, um uns im Laufe der Zeit selbst besser einschätzen zu können. Auch setzten wir uns mit den Themen “Selbstgespräche” und “Film im Kopf” auseinander und wurden dabei von den drei Trainern unterstützt.

Unsere geschundenen Finger pflegten wir an den Ruhetagen am Faaker See. Dort durften wir feststellen, dass die Fische auf Doppelkekse genauso anbeißen wie wir.... Die Folge war ein köstlich zubereiteter Fisch als Abendessen.

Wettkampfbedingt mussten ein paar von uns Nasenbohrern leider schon am Freitag verlassen, woraufhin die Restlichen beschlossen den Aufenthalt gleich um noch einen weiteren Tag zu verlängern. Physisch und hauttechnisch eigentlich schon am Ende, wurden am Ende dann aber noch die letzten Projekte abgehakt und damit der Urlaub mit schönen Erlebnissen abgeschlossen. Ca. 340 verspeisten Doppelkeksen bleibt uns nur zu sagen: “Wir sind eindeutig Warmbader – keine Warmduscher!”

Dank gilt unserem Sponsor Marmot (dank dem wir den österreichischen Locals als “die mit den Jacken” in Erinnerung bleiben), unserem Pensionsbesitzer Christian und natürlich – last but not least – unseren Trainern und Betreuern Andi, Jacub und Sandro. Die Fahrt war einfach klasse!

 

Kärnten – Kaderfahrt Pfingsten 2009 (von Andi Hofmann)

Vom 30.5. weg trafen sich 13 Mitglieder unseres Bayernkaders mit mir sowie zwei weiteren Trainern (Jakub aus München und Sandro aus Rosenheim), um ... ja wofür eigentlich. Die Zielsetzung, mit der die Jugendlichen zu uns kommen, die diskutierten wir 3 Trainer immer wieder. Klar, „Spaß haben“, „viel Klettern“ usw., aber sind auch Zielsetzungen wie „an inneren Blockaden arbeiten“ oder „Technikverbesserung“ tatsächlich soweit präsent, dass die Jugendlichen nicht nur „ja und amen“ sagen und warten bis der Inhalt endlich vorbei ist, sondern dass sie den Ansporn haben, auch Kniffligeres anzupacken. Auflösung am Schluss ...

Unsere Diskussion im Trainerkreis ging vor allem um das Thema „Freiwilligkeit“, die ich in meiner Arbeit sehr schätze (weil sie mir eben selbst auch so gut tut, wenn ich in der „Schülerrolle“ bin). Ausgehend von der Prämisse, dass jedes nachhaltige Lernen nur von einer ganz persönlichen Motivation getragen sein kann, muss es letztlich in der in der Freiheit des Lernenden, in diesem Fall eben unseren Jugendlichen, stehen, Angebote auch abzulehnen und „einfach“ Klettern zu gehen. Dabei geht es mir nicht ums pure „keine Lust“-Neinsagen, sondern durchaus um eine reflektierte (begründete) Ablehnung.

Immer wieder fragten wir uns: Sollen wir mehr einfordern? Sollten wir mehr Programm vorgeben? Oder kommt auch „was rüber“, wenn ich Angebote reingebe, die dann entweder genommen werden oder eben nicht - wobei es das dann wie erwähnt noch mal mit den Jugendlichen zu durchleuchten gilt, was denn dahinterstecken könnte.

Vorgehen war nun, zu Beginn der Fahrt die verschiedenen Möglichkeiten zu erläutern, insbesondere die Übungen „Film im Kopf“ (für die Spezialisten: ideomotorisches Training mit hinführenden Übungsschritten) sowie den Umgang mit „(aus)bremsenden“ Gedanken. In den folgenden Tagen sprachen wir Trainer immer wieder die Themen kurz an, fragten nach, boten Zeiten an, um individuelle Lösungen zu erarbeiten, schoben Anweisungen ein, „bohrten“ nach. Die Jugendlichen tummelten sich am Fels, kletterten ihre Routen (und waren mit Feuereifer und bestem und zuverlässigem, Sicherungsverhalten dabei!!!), so dass auf den ersten Blick nicht zu erkennen war, wer sich nun in welchem Ausmaß um welches Thema kümmerte. Manche fragten, andere nicht oder kaum.

Wir Trainer hatten schon an der einen oder anderen Stelle Fragezeichen in den Augen, was wohl mit unseren Übungen passiert ist, ob die Impulse die richtigen waren, ob „man immer etwas machen muss“ usw.

Was tut man am besten in solchen Fällen? Man fragt die „Betroffenen“, was wir dann auch taten und bekamen größtenteils positive Rückmeldungen, gerade zum Anteil der Freiwilligkeit und zur (zurückhaltenden, beobachtenden) Aktivität von uns Trainern.

Und so war auch diese Kaderfahrt aus meiner Sicht eine gelungene Aktion, die wir auch der tollen Unterkunft bei den Prescherns (preschern.at) zu verdanken haben ebenso wie der Unterstützung durch die Sektionen Erlangen und Nürnberg (Vielen Dank für die Busse!) sowie Marmot, deren Kaderbekleidung zur Erwärmung bei den erstaunlich kühlen Temperaturen beitrugen. Der Mitorganisator der „besten Jugendgruppe der Welt“ – Andi Hofmann

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